Bürgerabend 2025: Landrätin würdigt ehrenamtliches Engagement im Ilm-Kreis
„Ehrenamt ist keine Selbstverständlichkeit, sondern gelebte Verantwortung. Überall im Ilm-Kreis gibt es Menschen, die ihre Zeit, ihre Ideen und ihre Kraft für andere einsetzen – oft leise, aber mit großer Wirkung. Rund jeder Dritte im Ilm-Kreis ist ehrenamtlich aktiv und macht unseren Landkreis menschlicher, wärmer und lebenswerter“, sagte Landrätin Petra Enders zum Bürgerabend am 5. Dezember 2025 in der Festhalle Ilmenau und bedankte sich herzlich für das Engagement aller Menschen, die im Ilm-Kreis ehrenamtlich aktiv sind.
Zehn Bürgerinnen und Bürger sowie eine Sonderpreisträgerin wurden für ihr besonderes Engagement ausgezeichnet:
Annett Raue – Vereinigung der Freunde und Förderer der Goetheschule Ilmenau e. V.
Siegbert Sauer – Feuerwehrverein Arnstadt e. V.
Dr. Inge Helm – Kneipp- und Verkehrsverein Stützerbach e. V.
Uwe Itzenplitz – Ortsverein Dannheim e. V.
Wolfgang Münster – Haarhäuser Carneval Verein e. V.
Marco Klotz – Radsportverein Stadtilm e. V.
Dr. Volker Kögler – Arbeitskreis Heimische Orchideen e. V., Regionalsektion Arnstadt
Stephan Rothweil – Seniorenbeauftragter des Ilm-Kreises
Christiane Neubig – Riechheimer Kultur- und Freizeitverein e. V.
Norbert Stelzner – Heimatverein Angelroda e. V.
Mit dem Sonderpreis der Landrätin, dotiert mit 200 Euro, wurde Jutta Sommer für ihr langjähriges Engagement in der Frauengruppe Großbreitenbach e. V. geehrt.Zu Beginn des Abends sorgte das Kinder- und Jugendblasorchester des Musikvereins Geraberg für einen stimmungsvollen Auftakt. Die „Musiküsse“ feierten zugleich ihr 15-jähriges Jubiläum. Auch die Akrobatikgruppe der SG Motor Arnstadt sowie junge Musikerinnen der Musikschule Ilmenau bereicherten das Programm mit eindrucksvollen Darbietungen. Mit einem energiegeladenen Showtanz präsentierte sich zudem der Ilmenauer Karnevalklub e. V.
Ein weiterer Höhepunkt war die Übergabe von zwei Bescheiden an zwei Feuerwehren des Ilm-Kreises: Die Stadt Stadtilm erhielt einen Zuwendungsbescheid in Höhe von 312.000 Euro für den Neubau des Feuerwehrhauses im Ortsteil Singen, die Stadt Plaue einen Änderungsbescheid in Höhe von 100.000 Euro für die Beschaffung eines Logistik-Gerätewagens. Außerdem wurde Kevin Kluge als Gruppenführer des Katastrophenschutz-Sanitätszuges ernannt.
Die Landrätin dankte allen Mitwirkenden, den Vereinen, den Engagierten sowie den Unterstützern des Abends – insbesondere der Sparkasse Arnstadt-Ilmenau – und wünschte eine besinnliche Adventszeit, frohe Weihnachten und einen guten Start ins Jahr 2026.
Preisträger und Preisträgerinnen Ehrenamtscard 2025:
Annett Raue – Vereinigung der Freunde und Förderer der Goetheschule Ilmenau e. V.
Annett Raue steht nicht gern im Mittelpunkt – und hat den Förderverein der Goetheschule Ilmenau doch entscheidend geprägt. Seit über zehn Jahren ist sie im Vorstand aktiv, mehrere Jahre führte sie den Verein als Vorsitzende, heute trägt sie als Schatzmeisterin und Administratorin Verantwortung. Der Förderverein unterstützt die traditionsreiche Schule unter anderem bei Konzerten, Olympiaden und zahlreichen Projekten und stärkt so das kulturelle und schulische Leben.
Dank ihres Einsatzes konnte etwa die Schulband durch moderne Technik gefördert werden, und auch bei Wettbewerben wie der „First Lego League Challenge“, an der Ilmenauer Schülerinnen und Schüler bis hin zum Europafinale in Davos teilnahmen, ist auf sie Verlass. Auch nach dem Schulabschluss ihrer Tochter blieb Annett Raue dem Gymnasium treu – als verlässliche Ansprechpartnerin, Ideengeberin und Organisatorin, die immer da ist, wenn eine helfende Hand gebraucht wird.
Siegbert Sauer – Feuerwehrverein Arnstadt e. V.
Seit fünf Jahrzehnten ist auf Siegbert Sauer Verlass, wenn es im Ilm-Kreis „brennt“. 1975 trat er in die Feuerwehr Arnstadt ein und durchlief alle Stationen bis zum Wehrführer, ein Amt, das er von 2001 bis 2011 innehatte. Als Mitbegründer und Ehrenmitglied des Kreisfeuerwehrverbandes ist er bis heute aktiv und engagiert sich als stellvertretender Vorsitzender im Feuerwehrverein Arnstadt e. V.
Als erster Kreisausbilder für Atemschutz bildete er Hunderte Kameradinnen und Kameraden aus – viele von ihnen prägen heute selbst die Feuerwehren im Ilm-Kreis und darüber hinaus. Seit 1987 ist er zudem Kampfrichter im Feuerwehrsport, seit 1991 auch auf nationaler und internationaler Ebene. Er begleitete Deutsche Meisterschaften, unterstützte Weltmeisterschaften und Feuerwehr-Olympiaden und wurde für sein Engagement mit allen regionalen und landesweiten Feuerwehrauszeichnungen sowie dem Deutschen Feuerwehr-Ehrenkreuz in Gold geehrt.
Auch außerhalb der Feuerwehr ist Siegbert Sauer ehrenamtlich aktiv: Seit 1960 spielt er Fußball, seit 1970 ist er als Schiedsrichter im Einsatz und leitete über 5.000 Spiele – bis heute vor allem im Nachwuchsbereich.
Dr. Inge Helm – Kneipp- und Verkehrsverein Stützerbach e. V.
Dr. Inge Helm gehört nicht nur zu den Gründungsmitgliedern des Kneipp- und Verkehrsvereins Stützerbach, sie hat dessen 35-jährige Entwicklung entscheidend mitgeprägt. Die 85-Jährige vermittelte bereits als Ärztin im Kneippbad Stützerbach ihr Wissen und lebt die Lehren Sebastian Kneipps bis heute – der Tag beginnt für sie mit Wechselduschen und Kneipp-Anwendungen.
Ihr großes Fachwissen gibt sie weiterhin in Vorträgen zu Heilfasten und Wickeltechniken weiter, bietet Kräuterwanderungen an und erklärt anschaulich die Wirkung heimischer Heilpflanzen. Dass Kindergarten und Grundschule in Stützerbach heute nach Kneipp zertifiziert sind, ist maßgeblich ihrem Engagement und ihrer intensiven Betreuung zu verdanken. Gemeinsam mit den Vereinsmitgliedern hält sie das Andenken an Sebastian Kneipp lebendig und macht seine Erkenntnisse für ein gesundes Leben vielen Menschen zugänglich.
Uwe Itzenplitz – Ortsverein Dannheim e. V.
Wer rastet, rostet – für Uwe Itzenplitz aus Dannheim ist das mehr als ein Sprichwort. Er gehört zu jenen Menschen, die ein Dorf tragen, ohne viel Aufhebens darum zu machen. Viele Feste und Projekte in Dannheim wären ohne seinen Einsatz kaum denkbar. Ob auf dem Festplatz, der „Dannheim Arena“, oder im Dorfgemeinschaftshaus – überall dort, wo etwas vorbereitet, repariert oder aufgebaut werden muss, ist er zur Stelle.
Besonders sichtbar wird sein Engagement auf dem Sportplatz: Aus einer einst wilden Fläche entstand 2005 durch seine Eigeninitiative und viel Muskelkraft die heutige „Dannheim Arena“ mit Volleyballfeldern, Sitzmöglichkeiten und gepflegter Anlage. Auch im Dorfgemeinschaftshaus, dem ehemaligen Kindergarten, war und ist er bei Umbau und Instandhaltung unverzichtbar. Für das Johannisfeuer organisiert er Brennholz und Platz, den traditionellen Osterspaziergang bereitet er zuverlässig vor und unterstützt zudem die Kirchgemeinde – ein Dannheimer mit Herz und Seele, auf den sich alle verlassen können.
Wolfgang Münster – Haarhäuser Carneval Verein e. V.
Seit über fünf Jahrzehnten ist Wolfgang Münster eine unverzichtbare Stütze des Haarhäuser Carneval Vereins. Als einer der drei Gründungsmitglieder legte er 1971 den Grundstein für einen Verein, der heute mehr als 200 Mitglieder zählt und fest im kulturellen Leben des Amtes Wachsenburg verankert ist. Über 80 Kinder und Jugendliche profitieren ganzjährig von der stabilen Vereinsstruktur, die er mit aufgebaut hat.
Als langjähriges Vorstandsmitglied und heutiges Ehrenmitglied prägt er das Vereinsleben bis heute. Sein Motto „Selbst ist der Mann“ zeigt sich in unzähligen Stunden ehrenamtlicher Arbeit: Er renoviert Vereinsräume, unterstützt bei der Vorbereitung von Veranstaltungen und steht dem Verein das ganze Jahr über mit Rat und Tat zur Seite. Auch seine frühere Leitung einer Jugendsportgruppe zeugt von seinem besonderen Verantwortungsbewusstsein.
Über den Verein hinaus engagierte sich Wolfgang Münster mehr als 40 Jahre im Gemeinderat und als Ortsteilbürgermeister – stets mit dem Ziel, das Beste für seinen Ort, die Gemeinde und die Vereinslandschaft zu erreichen.
Marco Klotz – Radsportverein Stadtilm e. V.
Spektakuläre Sportart, kleine Gemeinschaft, große Leidenschaft: Radball ist das Herzstück des Radsportvereins Stadtilm, dessen Vorsitzender Marco Klotz seit 2002 ist. Seit 1992 spielt er selbst aktiv Radball. Auf speziell angefertigten Rädern kommt es auf sicheren Stand, Gefühl fürs Rad und präzise Schusstechniken an – eine Sportart, die sich deutlich von anderen Teamsportarten unterscheidet.
35 Mitglieder zählt der traditionsreiche Verein, dessen Wurzeln bis 1902 zurückreichen. Der jüngste Spieler ist neun, der älteste 66 Jahre alt. Marco Klotz hält die Mannschaften zusammen, organisiert Training und Wettkampfbetrieb und legt besonderen Wert auf Kinder- und Jugendarbeit. Viele Stunden seiner Freizeit fließen in die Betreuung des Nachwuchses. Die Erfolge der Stadtilmer Radballer geben ihm recht: Regelmäßig nehmen sie an Wettkämpfen teil, etwa an Thüringenmeisterschaften und Vorrunden zur Deutschen Meisterschaft.
Dr. Volker Kögler – Arbeitskreis Heimische Orchideen e. V., Regionalsektion Arnstadt
Dr. Volker Kögler ist einer der engagiertesten Kenner und Schützer heimischer Orchideen im Ilm-Kreis. Seine Naturverbundenheit und Begeisterung für Arten wie Frauenschuh, Einblatt oder Knabenkraut führten 1986 zur Gründung der Regionalsektion Arnstadt des Arbeitskreises Heimische Orchideen (AHO). Von Beginn an prägte er die Arbeit der Gruppe und formte aus einer kleinen Initiative eine verlässliche Naturschutzstruktur.
1994 trug er maßgeblich dazu bei, dass der AHO Thüringen als erster Landesverband bundesweit als Naturschutzverband anerkannt wurde. Dr. Kögler strukturierte über Jahrzehnte Kartierungen, Pflegeeinsätze, Exkursionen und die Zusammenarbeit mit Behörden. Jährlich koordiniert er die Begehung von 38 Monitoringflächen im Ilm-Kreis – eine Aufgabe, die Genauigkeit, Ausdauer und Fachwissen verlangt.
Viele Naturschutzprojekte tragen seine Handschrift, darunter die Renaturierung der Kaiserwiese bei Werningsleben und der seit 2007 stetig wachsende Naturlehrpfad in Kleinbreitenbach. Auf seine Initiative hin treffen sich jährlich die AHO-Vorstände in Arnstadt, um die „Orchidee des Jahres“ zu bestimmen. Darüber hinaus engagiert sich Dr. Kögler im Naturschutzbeirat des Ilm-Kreises und im Verwaltungsrat der Natura-2000-Station.
Stephan Rothweil – Seniorenbeauftragter des Ilm-Kreises
Für Stephan Rothweil ist der Ruhestand ein „Unruhestand“. Ursprünglich aus Hessen und lange in Norddeutschland berufstätig, lebt er seit einigen Jahren in Ilmenau. Seit 2019 engagiert er sich als ehrenamtlicher Seniorenbeauftragter des Ilm-Kreises. Sein Ziel: die Mitwirkungsrechte älterer Menschen stärken und das Miteinander der Generationen verbessern.
Er ist erster Ansprechpartner für Seniorinnen und Senioren im Landkreis, unterstützt die Seniorenbeiräte und ist häufig im Landratsamt unterwegs, um gemeinsam mit der Verwaltung neue Wege zu eröffnen. So war er etwa an der Einführung des Kommunalen Senioren- und Pflegeinformationszentrums beteiligt, setzte sich für das Seniorenticket ein und begleitet seit 2021 die erfolgreiche Umsetzung des AGATHE-Projektes im Ilm-Kreis, das ein selbstbestimmtes und möglichst gesundes Leben im vertrauten Umfeld fördern soll.
Viele Stunden investiert Stephan Rothweil in seine ehrenamtliche Tätigkeit. Auch im Landesseniorenbeirat setzt er sich für die Interessen älterer Bürgerinnen und Bürger auf Landesebene ein.
Christiane Neubig – Riechheimer Kultur- und Freizeitverein e. V.
Wer nach Riechheim kommt, spürt schnell: Vieles, was den Ort lebendig macht, trägt die Handschrift von Christiane Neubig. Seit der Gründung des Kultur- und Freizeitvereins 2007 ist sie dabei – zunächst als Kassenwärtin, seit 2009 als Vorsitzende. Unter ihrer Leitung wurde das Dorfgemeinschaftshaus zum Herzstück des Gemeindelebens.
Gemeinsam mit den Vereinsmitgliedern baute sie eine Kinder- und Jugendbibliothek mit regelmäßigen Öffnungszeiten auf, schuf einen „Bücherbaum“ im Dorfzentrum und sorgte für zwei Picknickplätze sowie ein modernes WLAN-System, das Vereinen, Feuerwehr und Gästen zur Verfügung steht. Vom Sommerfest über Laternenumzug und Kartoffelfeuer bis hin zu Konzerten, Ausstellungen, Theaterprojekten, Wanderungen und Vorträgen – viele dieser Angebote gehen auf ihre Idee und Organisation zurück.
Die wachsende Vereinsbürokratie schreckt sie dabei nicht: Formulare, Fristen und Fördermittelanträge gehören längst zu ihrem Ehrenamtsalltag. Auch der Riechheimer Chor profitiert von ihrem Engagement – seit 25 Jahren singt sie selbst mit und trug dazu bei, dass der Chor unter dem Dach des Vereins fortgeführt werden konnte.
Norbert Stelzner – Heimatverein Angelroda e. V.
Norbert Stelzner ist seit vielen Jahren eine feste Größe im Heimatverein Angelroda. Wer mit ihm durch den Ort geht, erlebt an jeder Ecke freundliche Grüße – Ausdruck seiner tiefen Verbundenheit mit seinem Heimatort. Nach vielen Berufsjahren in Bayern kehrte der heute 80-Jährige nach Angelroda zurück und engagiert sich seit 18 Jahren im Heimatverein.
Bekannt ist er vor allem für seine Mundart-Gedichte und Geschichten. 2010 schrieb er ein Mundart-Lied über Angelroda, 2016 veröffentlichte er ein Buch mit Episoden aus dem Dorfleben – liebevoll gesammelt und in der örtlichen Mundart festgehalten. Ob im Wirtshaus, auf der Bahnstrecke oder auf der Wiese: Seine Geschichten bewahren Heimatgeschichte und bringen die Menschen zum Lachen.
Gemeinsam mit anderen Vereinsmitgliedern gestaltet er Seniorennachmittage mit Sketchen und heiteren Beiträgen. Wenn er nicht für den Heimatverein unterwegs ist, spielt er Akkordeon im 1. Thüringer Shantychor, der in Geraberg zu Hause ist, und nimmt an Gastspielen und Chorwettbewerben teil.
Sonderpreis der Landrätin – Jutta Sommer, Frauengruppe Großbreitenbach e. V.
Seit mehr als zwei Jahrzehnten prägt Jutta Sommer die Arbeit der Frauengruppe Großbreitenbach e. V. mit großem Engagement und Verlässlichkeit. Ob Kindersachenbörsen, Familien- oder Weihnachtsfeste – bei vielen Veranstaltungen gehört sie zu den treibenden Kräften und übernimmt zuverlässig Verantwortung. Ein Schwerpunkt ihres Wirkens liegt in der Seniorenarbeit: Für zahlreiche ältere Menschen ist sie eine wichtige Ansprechpartnerin, die zuhört, begleitet und praktische Hilfe leistet. Zusätzlich engagiert sie sich als Versichertenälteste der Deutschen Rentenversicherung und unterstützt Ratsuchende bei Fragen rund um Rente, Schwerbehinderung und Vorsorge. Über 15 Jahre organisierte Jutta Sommer zudem die Blutspendetermine in Altenfeld und sorgte gemeinsam mit ihrem Team für einen reibungslosen Ablauf. Mit ihrer Ausdauer, Hilfsbereitschaft und ihrem beständigen Einsatz ist sie ein Vorbild für ehrenamtliches Engagement – dafür erhielt sie den Sonderpreis der Landrätin, dotiert mit 200 Euro.
V. i. S. d. P. Luise Saitz, Büro Landrätin