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28.07.2025

Der Klang der Zukunft - Landrätin besucht Brandenburg Labs in Ilmenau

Wie klingt es, wenn man durch ein Orchester geht – ganz nah an der ersten Geige vorbei, während das Cello weiter hinten im Raum schwingt? Diese Frage wird bei Brandenburg Labs in Ilmenau nicht theoretisch beantwortet, sondern erstmals mit Kopfhörern erlebbar gemacht. Beim Besuch von Landrätin Petra Enders und dem Beigeordnetem Kay Tischer stand eines schnell fest: Hier entsteht echte Zukunftstechnologie – mitten im Ilm-Kreis. 

„Was dieses Unternehmen leistet, ist beeindruckend – nicht nur technisch, sondern auch als Standortbekenntnis. Hier zeigt sich, dass Thüringen Weltklasse kann“, betonte Landrätin Enders bei ihrem Besuch im Technologie- und Gründerzentrum Ilmenau, zusammen mit der Wirtschaftsförderung Ilm-Kreis und Ilmenau. Gemeinsam mit Brandenburg Labs-Gründer Prof. Dr.-Ing. Karlheinz Brandenburg warf die Landrätin einen Blick auf die aktuellen Entwicklungen des Start-ups, das mit Okeanos Pro eine neue Ära des Hörens einläutet.

v.l.n.r.: Tino Wagner von der Wirtschafsförderung der Stadt Ilmenau, Landrätin Petra Enders, Karlheinz Brandenburg und Ute Bönisch von der Wirtschaftsförderugn Ilm-Kreis. 

Seit Herbst 2024 ist das System auf dem Markt – und wird bereits in Tonstudios und Bildungseinrichtungen eingesetzt. Die Deep Dive Audio-Technologie ermöglicht ein vollständig räumliches Klangerlebnis über handelsübliche Kopfhörer, die mit einem Zusatz den genauen Ort im Raum tracken können. Möglich wird das durch die exakte akustische Vermessung von Räumen und die intelligente Nachbildung dieser Eigenschaften in Echtzeit durch einen Algorithmus. Die Hörerinnen und Hörer empfinden Musik dann nicht mehr als isolierten Klang im Kopf, sondern als akustischen Raum – als befänden sie sich mitten in einem Konzertsaal.

„Diese Illusion ist so echt, dass man vergisst, überhaupt Kopfhörer zu tragen“, beschreibt Petra Enders die Klangerfahrung. Ob Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ oder elektronische Popmusik – mit Okeanos Pro kann der Klang so lokalisiert werden, dass man sich innerhalb der Klangwelt bewegt. Das eignet sich nicht nur für Audio-Profis beim Mixen und Mastern, sondern auch für den Einsatz in der Lehre. Und die Zukunft ist bereits geplant: Ab Ende 2026 soll auch eine Version für Privatnutzer folgen, mit der das Wohnzimmer zur Konzerthalle wird.

Doch trotz vielversprechender Markteinführung steht das Unternehmen vor Herausforderungen. „Wir haben das Produkt entwickelt, wissenschaftlich fundiert und erste Erfolge erzielt – aber jetzt fehlt es an Ressourcen für Skalierung, Vertrieb und Weiterentwicklung“, so Prof. Dr.-Ing. Karlheinz Brandenburg. Die Suche nach Sponsoren, Förderprogrammen und Investoren ist daher in vollem Gange. Landrätin Enders versprach Unterstützung: „Wir werden die Türen öffnen, die wir öffnen können. Solche Ideen und solche Menschen braucht unser Land – gerade in Zeiten, in denen Technologie, Offenheit und Bildung unter Druck stehen.“ Die Gründer seien ein Beispiel dafür, wie aus einem kleinen Standort globale Impulse gesetzt werden können. Das Team von Brandenburg Labs zählt heute 22 Mitarbeitende aus acht Nationen – alle mit Sitz in Ilmenau.

V. i. S. d. P. Luise Saitz, Büro Landrätin