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Bachstadt Arnstadt

Bachdenkmal in Arnstadt

Die Kreisstadt Arnstadt liegt am südlichen Rand des Thüringer Beckens ca. 20 km von der Landeshauptstadt Erfurt.
Die erste Erwähnung - "Arnestati" - datiert auf das Jahr 704. Otto der I., der später in Rom zum ersten Deutschen Kaiser gekrönt wurde, hielt hier 954 seinen Reichstag ab. 1266 verlieh der Abt von Hersfeld Arnstadt das Stadtrecht. Die Stadt wurde mitgeprägt zuerst von der Herrschaft der Käfernburger und später der Schwarzburger Grafen. Fürst Anton Günther II. erhob Arnstadt zur Residenzstadt des Fürstentums Schwarzburg-Arnstadt 1709 - 1716.
Durch die Fürstin Augusta Dorothea (1666 - 1751) erhielt Arnstadt ein Kleinod besonderer Art - die Puppensammlung "Mon Plaisir" - ein Abbild des Lebens in einer spätbarocken Residenzstadt, welche heute noch Besucher aus aller Welt lockt.
Martin Luther weilte während seiner Zeit in Erfurt 1506 und 1508 im Arnstädter Franziskanerkloster und soll für Arnstadt den Satz geprägt haben - "das die Stadt wie eine Schüssel gesottener Krebse mit Petersilie garniert aussieht".
Arnstadt ist eng mit der Familie Bach verbunden, deren berühmtester Sohn Johann Sebastian Bach in Arnstadt gewirkt hat. Die Stadt kann aber auf weitere Persönlichkeiten verweisen die hier geboren wurden, lebten oder wirkten, wie den Historienschriftsteller des 19. Jahrhunderts, Willibald Alexis, den Thüringer Märchendichter und Sagensammler Ludwig Bechstein, Eugenie John Marlitt, die Schriftstellerin der Zeitschrift "Die Gartenlaube" und den Graphiker A. P. Weber.
Die Wiege des Weizenbieres liegt in Arnstadt. 1617 braute der Arnstädter Bürgermeister und Brauer Niclas Fischer das erste Weizenbier. Heute wird im Kleinen Maße in der Stadtbrauerei wieder Bier nach altem Rezept hergestellt.
Im 19. Jahrhundert erfolgte der Übergang zur Industriestadt. Die Lederhandschuh- und Schuhindustrie, der Maschinen und Werkzeugbau, die Elektroindustrie, die Lebensmittelproduktion und der Fahrzeugbau bestimmten immer mehr den Lebensrhythmus der Stadt. In der Rudolf Ley Fabrik entstanden ab 1905 bis 1928 die Ley-Automobile unter den Namen "Loreley", die auch bei Rennveranstaltungen in Europa bis 1923 viele Siege einfuhren. Zwei Exemplare der Autos stehen heute in der Schauhalle der Schwenninger Krankenkasse am Wollmarkt in Arnstadt.
Die Bleiglasschleiferei, Rundfunk- und Fernmeldetechnik, Wellpappenproduktion, Fleisch- und Wurstverarbeitung, Chemieanlagenbau und Eisenverarbeitung entwickelten sich und prägen auch heute noch das Wirtschaftsgefüge der Stadt. Zukunftsweisend ist die Konzentration von High-Tech-Unternehmen der Energie- und Solartechnik.

Touristinformation Arnstadt
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